Die zwei Welten der Gefühle
.
. .
Denn unterscheidet man zwischen Gefühl
und Stimmung, so ist leicht zu bemerken, dass das bestimmte
Gefühl allemal einem etwas gilt, einer Lebenslage entspringt,
ein Ziel hat und sich in einem mehr oder minder eindeutigen
Verhalten ausdrückt, wogegen eine Stimmung von alledem
ungefähr das Gegenteil zeigt; sie ist umfassend, ziellos,
ausgebreitet, untätig, enthält bei aller Deutlichkeit
etwas unbestimmtes und ist bereit, sich auf jeden Gegenstand
zu ergießen, ohne dass etwas geschieht und ohne dass
sie sich dabei ändert. So entspricht dem bestimmten
Gefühl ein bestimmtes Verhalten zu etwas und dem unbestimmten
ein allgemeines, ein Verhalten zu allem, und ...
das
eine zieht uns ins Geschehen, während uns
das andere bloß hinter einem farbigem Fenster
daran teilhaben lässt.